Neu­es aus der Glücks­for­schung: Wie wir Tag für Tag gute Gefüh­le erschaf­fen!

barbara_fredrickson

Bar­ba­ra Fre­de­rick­son, Pro­fes­so­rin für Psy­cho­lo­gie an der Uni­ver­si­ty of North Carolina/ Cha­pel Hill und lei­ten­de Wis­sen­schaft­le­rin am dor­ti­gen Posi­ti­ve Emo­ti­ons and Psy­cho­phy­sio­lo­gy Lab, hat in ihrem Work­shop die Wir­kung posi­ti­ver Gefüh­le mit der der von Vit­ami­nen ver­gli­chen. Mit dem einen Unter­schied: Den Umgang mit Vit­ami­nen ken­nen und kön­nen wir, aber das Inte­grie­ren posi­ti­ver Emo­tio­nen in uns­ren All­tag und deren Bedeu­tung für unse­re Gesund­heit nicht.

“Bei Vit­ami­nen han­delt es sich um orga­ni­sche Ver­bin­dun­gen, wel­che der Kör­per benö­tigt, um die lebens­wich­ti­gen Funk­tio­nen auf­recht­zu­er­hal­ten. Vit­ami­ne wer­den jedoch gar nicht oder nicht aus­rei­chend im Stoff­wech­sel pro­du­ziert und müs­sen daher dem Kör­per regel­mä­ßig über die Nah­rung zuge­führt wer­den.” (https://definition-online.de/vitamine/)

In ihrem Buch „Die Macht der guten Gefüh­le“ genau­so wie in ihrem Work­shop stellt sie die­ses The­ma in den Mit­tel­punkt.
Den meis­ten Men­schen fal­len oft über­wie­gend nega­ti­ve Emo­tio­nen ein: Ärger, Scham, Schuld, Trau­er oder Hass. Dass posi­ti­ve Gefüh­le aber eben­falls ganz unter­schied­li­che Erschei­nungs­for­men besit­zen, ist uns oft nicht so geläu­fig: Freu­de, Glück, Empa­thie, Stolz, Hoff­nung oder ganz bedeu­tend Lie­be.

Zum Stich­wort „Lie­be“: In einer Unter­su­chung wur­den 150 ver­hei­ra­te­te Paa­re bei einem Kon­flikt­ge­spräch beglei­tet mit dem Fokus auf posi­ti­ve Emo­tio­nen und Reak­tio­nen.

Das Ergeb­nis war, dass zwi­schen lang ver­hei­ra­te­ten Paa­re neben dem Kon­flikt­ge­spräch auch der Aus­tausch posi­ti­ver Gefüh­le statt­fand – ein Lächeln, ein freund­li­ches Wort oder der Aus­druck von Ver­ständ­nis.

Die gewon­ne­ne Erkennt­nis dar­aus war, ganz nach dem Mot­to: „Manch­mal brau­chen wir die Wis­sen­schaft, um zu glau­ben, was wir längst wis­sen.“, dass die Wir­kung geteil­ter posi­ti­ver Gefüh­le stär­ker ist, als die ein­zeln erleb­ter und die Wir­kung zusam­men erleb­ter nega­ti­ver Gefüh­le schwä­cher ist, als die ein­zeln erleb­ter, weil Trost und Schutz gespen­det wer­den kann.
Erstaun­lich fin­de ich, dass das blo­ße „Ver­hei­ra­tet-sein“ sich posi­tiv auf die Gesund­heit der Ehe­män­ner aus­wirkt, wäh­rend für die Gesund­heit der Frau­en, die Qua­li­tät der Ehe ent­schei­dend ist.


Fazit: Die Qua­li­tät der Bezie­hung ist ent­schei­dend für Bezie­hung und Gesund­heit.


Was bedeu­tet das für uns?
Wie wol­len und kön­nen wir Men­schen grund­sätz­lich begeg­nen?

Es geht dar­um die Posi­ti­vi­tät zu erhö­hen und das heißt vor allem den Umgang mit Bezie­hun­gen pro­ak­tiv zu beein­flus­sen. Vie­le Begeg­nun­gen die wir jeden Tag haben, sind soge­nann­te schwa­che Bezie­hun­gen. Sei es im Super­markt, an der Kas­se oder bei irgend­ei­ner ande­ren all­täg­li­chen Situation. Hier die Qua­li­tät zu erhö­hen bringt uns grund­sätz­lich in eine bes­se­re Stim­mung und kann zu dem ohne viel Auf­wand erreicht und beein­flusst wer­den.

Mehr Geben als Neh­men
Das Tun für ande­re hat posi­ti­ven Ein­fluss auf unse­re Gesund­heit. Einen Bei­trag leis­ten – etwas für ande­re tun, macht uns glück­lich.

Sie sehen: Jeden Tag glück­li­cher zu wer­den ist kein Hexen­werk, son­dern das, was uns Men­schen intrinsisch eigent­lich eh ein Bedürf­nis ist: Für ande­re da zu sein und die täg­li­chen Begeg­nun­gen freud­voll zu gestal­ten. Und wenn wir uns, in unse­rer hek­ti­schen Welt dar­an erin­nern, haben wir schon viel gewon­nen.

Mehr zu Bar­ba­ra Fre­de­rick­son:

Web­site: https://fredrickson.socialpsychology.org/
Bücher von Bar­ba­ra Fred­rick­son:
Die Macht der guten Gefüh­le: Wie eine posi­ti­ve Hal­tung Ihr Leben dau­er­haft ver­än­dert
Die Macht der Lie­be: Ein neu­er Blick auf das größ­te Gefühl

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